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Danke und Ende

Von: urmila am 09. Mai 2015 keine Kommentare

Kategorie: Nachrichten Archiv

Liebe Lesende,

da wir es redaktionell nicht schaffen, diesen Blog regelmäßig mit Inhalten zu füllen, haben wir beschlossen, ihn zu schliessen und kurze Mitteilungen eher in unserer Facebook Gruppe oder auf unserem Twitter Account zu veröffentlichen.

Wir danken allen Lesenden für ihr Interesse und allen unseren Autor_innen für ihre Beiträge. 

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Forget Kathmandu

Von: urmila am 18. März 2015 keine Kommentare

Kategorie: Rezensionen Archiv

Ich habe gerade Manjushree Thapas Klagelied für die Demokratie Forget Kathmandu von 2005 gelesen und war sehr beeindruckt. Die Autorin des Romans 'The Tutor of History' wendet sich in 'Forget Kathmandu' den aktuellen politischen Entwicklungen (die Ermorderung des Königs 2001, die politischen Parteien in Nepal, die Maoisten und die Kämpfe zwischen Maoisten und Armee) zu. Mit verschiedenen Stilformen (Geschichtserzählung, Reisebericht, Krimi) bereitet sie das dokumentarische Material auf und lässt so den desolaten Zustand Nepals (der Parteien, der städtischen Mittel- und Oberschicht, der armen Bevölkerung ausserhalb der Städte) plastisch werden.

 

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Nepal Literatur Manjushree Thapa .

India's Daugther

Von: urmila am 04. März 2015 2 Kommentare

Kategorie: Meinung Archiv

tageschau.de berichtet , dass der Dokumentarfilm 'India's Daughter' der Filmemacherin Leslee Udwin in Indien (erstmal) nicht gezeigt werden darf. Wenn ich es richtig verstehe, geht Udwin in dem Film, der international bekannt gewordenen Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in Delhi im Dezember 2012 nach. Unter anderem interviewt sie einen der Vergewaltiger, der dem Opfer die Schuld an seiner Vergewaltigung gibt.

Dass die Motivation der Behörden, den Film nicht zu zeigen, problematisch ist, glaube ich sofort. Allerdings kommt auch aus feministischer Perspektive in Indien Kritik an dem Film. So hat Kavita Krishnan schon vor dem Verbot einen kritischen Artikel zum Film verfasst. Darin kritisiert sie unter anderem, die patriarchale Verwendung des Begriffes Tochter, die Fokussierung auf den Einzelfall, den (orientalistischen) Fokus auf Indien und das Ignorieren von feministischen Stimmen in Indien (ähnliche Kritik wurde 2013 auch von  Urvashi Butalia im Interview mit suedasien.info forumuliert). In einem weiteren Artikel kritisiert Krishnan den Umgang mit dem Vergewaltiger, der weiterer öffentlichen Verurteilung (und Rufen nach Todesstrafe bzw. Selbstjustiz) ausgesetzt wird während noch ein Berufungsverfahren läuft. Krishan argumentiert, dass die Interviews unter zweifelhaften Rahmenbedingungen entstanden sind und dass der Film nicht vor Beendigung des Verfahrens gezeigt werden sollte. 

Sie betont auch (in beiden Artikeln), dass das Problem nicht nur die individuelle Vergewaltigung ist, sondern die Vergewaltigungskultur (rape cultre - also die gesellschaftliche Rechtfertigung von sexualisierter Gewalt) in Indien und dem Rest der Welt.Daher sollte der Fokus nicht auf den einen indischen Täter aus der Unterschicht gelegt werden, sondern auf die Verhältnisse, die ihn und andere Männer dazu bringen, selbstverständlich zu vergewaltigen.

Dafür verweist Krishnan auch auf Ingrid Therwaths Artikel im Hindu zu Dominique Strauss-Kahn. Therwath arbeitet dort heraus, wie privilegierte Männer wie Strauss-KahnVergewaltigungsanschuldigungen entgehen. Anders als der indische Täter haben sie teure Anwälte und gute Kontakte. Zudem profitierten sie davon, dass die Vergewaltigungskultur privilegierten Männern erlaubt ihnen untergebene Frauen auszunutzen und dass Sexarbeiter_innen kein Schutz vor Vergewaltigung zugestanden wird. 

Udwins Dokumentarfilm habe ich nicht gesehen, kann ihn daher nicht beurteilen. In jedem Fall aber sprechen Krishnan und Therwath wichtige Themen an. Es geht nicht darum indische Töchter zu retten, sondern die Vergewaltigungskultur in allen Ländern und allen Schichten zu bekämpfen und zu verunmöglichen. 

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Indien Vergewaltigung Film Orientalismus Feminismus .

Pakistanis gegen Terrorismus

Von: urmila am 16. Januar 2015 keine Kommentare

Kategorie: Nachrichten Archiv

pakistanisgegenterrorismus

Heute hat eine kleine Gruppe von Pakistanis auf dem Berliner Alexanderplatz gegen Terrorismus demonstriert. Die Veranstaltung war Teil von weltweiten Protesten (mehr dazu bei facebook).

Mit der Veranstaltung sollte an den Anschlag auf die Schule in Peshawar am 16.12.14 erinnert und Solidarität mit den Protesten in Paris gezeigt werden. Aus dem Flugblatt das verteilt wurde:

Der islamistische Terrorismus gehört fast zu unserem Alltag und bedroht unsere Demokratie. Wir fordern von der pakistanischen Regierung Maßnahmen gegen die Verantwortlichen des Anschlags und gegen Drahtzieher von Terrorismus in Pakistan. Wir fordern nachhaltige Strategien für die Bekämpfung von Terrorismus in unserem Land.

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deutschland pakistan terrorismus demonstration .

Hinduistischer Tempel in Berlin

Von: urmila am 06. Januar 2015 keine Kommentare

Kategorie: Meinung Archiv

In der taz berlin erschien gestern ein von wenig Kenntniss über Hinduismus und Hindus in Berlin informierter Artikel über den Bau eines hinduistischen Tempels in der Berliner Hasenheide.Die wesentliche Meldung war, dass es dem Tempelverein in den letzten acht Jahren nicht gelungen ist, genug Geld einzusammeln, um den Bau beachtlich weiter zu bringen.  (Die tamilischen Hindus aus Sri Lanka haben in der gleichen Zeit ihren Tempel-Neubau in Berlin längst abgeschlossen und nutzen ihn schon länger.)

Die Nachricht, dass es dem Tempel in der Hasenheide an Geld fehlt, beruhigt mich in einer gewissen weise. Bei einer Demonstration im Sommer 2008 hatte ich junge Unterstützer des Hasenheider Tempels getroffen und auch fotografiert:

hindus2008

Die Wahl ihrer Symbole erinnerte mich an jene der Hindu-Nationalist_innen. Eine Nähe zu diesen bestritten sie allerdings vehement, als ich sie darauf ansprach. Trotzdem blieb bei mir ein schlechtes Gefühl zurück. Es mag sein, dass die Jungen sich nicht bewusst waren, welche Symbole sie trugen. Die älteren Migranten, die sie begleiteten, mussten die Symbole aber einordnen können. Seitdem begleitet mich Skepsis, was den Hasenheider Tempel angeht.

Wenn organisierte Hindu-Nationalist_innen hinter dem Neubau stecken würden, hätten sie aber vermutlich mittlerweile genug Geld eingesammelt.

Oder mache ich mir hier was vor? bzw. bilde mir was ein?

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Sprachunterricht unter der BJP

Von: urmila am 11. November 2014 1 Kommentar

Kategorie: Meinung Archiv

Seit ein paar Wochen schon geistert die Meldung, dass ein Projekt mit Deutschunterricht an indischen Schulen gestoppt wurde, durch diverse Medien. Ich wollte immer mal dazu schreiben und bin nicht dazu gekommen. Jetzt berichtet die Tagesschau davon, dass es einen Beschluss gibt, Deutsch (und andere Fremdsprachen?) nicht mehr an staatlichen Schulen zu unterrichten - und ich nehme das als Anlass endlich zu bloggen.

Verfechter_innen des Abbruchs dieses Projekts (z.B. unter meinen FB-Freunden) argumentieren unter anderem damit, dass es wichtiger sei, eine indische Sprache zu lernen als Deutsch. Die Tagesschau berichtet, dass die Initiative von Sanskrit-Lehrer_innen ausgegangen war.

Mir scheint es hier, um den Kampf um ein Symbol zu gehen. Ich weiss zwar nicht, wieviele Schulen es in Indien gibt, vermute aber mal stark, dass die 1000 Schulen, die am Deutsch-Projekt teilgenommen haben, nur einen kleinen Teil dargestellt haben. Deutsch (oder andere Fremdsprachen) haben sicher nicht indische Sprachen aus den Schulen verdrängt. Es scheint mir eher so, als ob sie zusätzliche Angebote gemacht haben. So wie es auch in Deutschland Schulen gibt, die besondere Sprachen anbieten. Ein Angebot an Schüler_innen ihren Horizont zu erweitern, spezifische Kenntnisse zu erwerben und die Welt anders kennenzulernen.

Der Aufschrei dagegen passt hervorragend zu einer hindu-nationalistischen Regierung, der viel daran gelegen sein muss, eine einheitliche indische Kultur zu konstruieren und alle auf diese festzulegen. Dabei ist sicher auch Sanskrit als 'hinduistische' Sprache wichtig. 

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Die Modi-Regierung

Von: urmila am 18. August 2014 keine Kommentare

Kategorie: Meinung Archiv

Seine Anhänger_innen hatten sich von Modi und der BJP viel versprochen. Bisher scheint er davon noch nicht viel geliefert zu haben, wenn die Berichte von taz und Berliner Zeitung so stimmen. (Wobei die Regierungszeit ja noch kurz ist und die Frage ist, ob neue Regierungen so schnell positive Veränderungen bewirken.)

Seine Gegner_innen hatten derweil befürchtet, dass die kommunalistische Spaltung Indiens und kommunalistische Gewalt zu nehmen würde. Diese Befürchtung scheint schon erfüllt worden zu sein, wie die die Berichte von taz und Berliner Zeitung zeigen. So schreibt, zum Beispiel, die taz :

Über 600 Zwischenfälle zählte die Tageszeitung Indian Express allein im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh.

Auch Outlook berichtet ausführlich über die Verbindungen der Modi-Regierung zu RSS und VHP, über den zunehmenden Communalism bzw. Majoritarianism und seine Konsequenzen. (Majoritarianism bedeutet dabei, die Verweigerung von Minderheitenrechten - siehe auch das Interview mit Ponni Arasu .) Outlook schreibt unter anderem:

The majoritarian project is most easy to detect when applied to minorities but, crucially, also nvolves subsuming Dalits and tribals into the imagined Hindu monolith. Writer Arundhati Roy says that “in a society as diverse as India, even the idea of a majority community has to be constructed and the process of that construction entails an immense amount of violence”. The violence need not always imply direct bloodshed although there is some of that spatter still around, particularly in UP. The process involves creating and sustaining an entire basis for mobilising against non-Hindus, and ensuring that they know their place in the scheme of things. It also involves a slow but sure push towards exclusion, as can be spotted in some recent incidents—the banishment of Christians from parts of Bastar in Chhattisgarh at the behest of the Vishwa Hindu Parishad, and a story carried in a national daily last week about two dozen Muslim families being thrashed and forced to leave a village in Haryana’s Gurgaon district.

 

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BJP an der Regierung

Von: urmila am 18. Mai 2014 keine Kommentare

Kategorie: Meinung Archiv

Die Reaktionen auf den überwältigenden Sieg der BJP bei den indischen Wahlen sind zutiefst gespalten. Auf der einen Seite wird gejubelt und gefeiert. Auf der anderen Seite sind die Menschen zu tiefst schockiert und befürchten das Schlimmste.

Ich gehöre zu den Schockierten. Die politische Agenda der BJP ist zutiefst menschenrechtswidrig (vergleiche Artikel von Christophe Jaffrelot in Le Monde diplomatique). Für marginalisierte Minderheiten (egal ob queere Menschen, Muslim_innen oder andere) wird das Leben noch gefährlicher. Die Wirtschaftspolitik der BJP wird nicht die Armen und Marginalisierten fördern sondern Wirtschaftsführende (siehe Lalon Sander in der taz). Die Meinungsfreiheit wird eingeschränkt und oppositionelle Stimmen unterdrückt werden (siehe Nandita Das in Outlook India). 

Schockiert bin ich auch davon, dass so viele jubeln. Dass ihnen die menschenrechtswidrige gewalttätige Politik der BJP so egal ist. Dass sie gut damit leben können, wenn andere diskriminiert, ausgegrenzt und möglicherweise getötet werden. 

Schockiert bin ich davon, dass abweichende Meinung nicht geduldet werden. (So wurden meine kritischen Nachfragen in einer Facebook-Gruppe  von Indern in Deutschland wurden gelöscht, weil sie politisch waren.Der Jubel-Post hingegen wurde nicht als politisch angesehen.)

Der Wahlerfolg der BJP und die allgemeine Zustimmung auch unter Migrant_innen in Deutschland macht mir Angst.

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