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Wenn Nepals König Gyanendra morgen entthront wird und den Narayanhiti-Palast verlassen muss, kann er ja erstmal im Hotel einchecken. Sowohl das Soaltee Crowne Plaza als auch das Hotel L' Annapurna sind nicht nur in unmittelbarer Nähe sondern auch im (anteiligen) Besitz des Ex-Monarchen.
Reisende nach Nepal sollten sich außerdem der Beteiligungen Gyanendras an den größten Zigaretten- und Süßwarenwerken des Landes, Surya und Nepal Biscuits, bewusst sein. Einen Teil des Firmengeflechts hatte Gyanendra geerbt, als in dem bis heute ungeklärten "Royal massacre" die gesamte Königsfamilie ausgelöscht wurde, viele dieser Firmen überschrieb er nach seiner Thronbesteigung auf enge Angehörige und Vertraute.
Das wird eine Enteignung erschweren, sofern sie denn überhaupt ernsthaft in Angriff genommen wird. Denn viele Beteiligungen sind bei Firmen im Ausland, und gerade bei Prozessen nach dem internationalen Privatrecht sind undichte Stellen bei den Klägern nicht gerade von Vorteil.
Dass eine Enteignung gerechtfertigt ist, ergibt sich nicht nur aus den zahlreichen Skandalen um die Patronage königsnaher Firmen, wie die Mobilfunkfirma seines Schwiegersohnes, deren staatliche wie private Konkurrenz massiv behindert wurde.
Auch die Tatsache, dass die Firmen, soweit bekannt, nicht unbedingt Goldgruben sind - vor seiner Thronbesteigung soll sein kostspieliger Lebensstil Gyanendra nahezu in den Bankrott getrieben haben, steht einer Enteignung nicht entgegen.
Entscheidend sollte die Tatsache sein, dass das Geschäftsimperium letztlich mit Steuergeldern aufgebaut wurde. Einfuhrzölle wagten die Behörden erstmals nach Gyanendras Entmachtung vor zwei Jahren zu erheben. Reguläre Steuern und Rechnungen zahlt das Königshaus bis heute nicht.
Prorität hat für die neue Regierung eine Bodenreform, der die ausgedehnten Ländereien der königlichen Familie hoffentlich als erstes zum Opfer fallen.
Zuletzt geändert am 19.06.2008 22:07:08 von urmila
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