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Von: Savifa am 03. November 2008
Kategorie: Rezensionen Archiv
Sociology of Population in India / Ehsanul Haq. New Delhi: Macmillan, 2007.
Indien ist mit ca. 1,147 Mrd. Einwohnern (Stand: Juli 2008) nach China das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde. Bis 2025 bzw. 2050 sollen Schätzungen zufolge die Einwohnerzahlen auf 1,37 bzw. 1,7 Mrd. anwachsen. Damit wäre Indien dann nicht nur die bevölkerungsreichste Demokratie, sondern auch das bevölkerungsreichste Land der Erde. Obwohl diese Zahlen an sich beeindruckend sind, ist es doch noch spannender zu schauen, wie sich die indische Bevölkerung zusammensetzt, welche Faktoren das Bevölkerungswachstum beeinflussen und wie sich die Bevölkerungsstruktur entwickelt hat und weiterentwickeln wird. Hier liefert das Buch von Ehsanul Haq, der Professor am Centre for the Study of Social Systems (JNU, Delhi) ist, viele interessante EInsichten und Antworten, die zudem durch unterschiedliche theoretische Ansätze fundiert sind.
Untersucht werden die drei Komponenten Bevölkerungswachstum durch Geburten, Bevölkerungswanderung und Bevölkerungsrückgang durch Tod. In Bezug auf diese drei grundlegenden Variablen wird auch die staatliche Bevölkerungspolitik bewertet, der Ehsanul Haq hinsichtlich der Reduzierung der Geburtenrate (Anti-Natalismus) wenig Effektivität attestiert. Weiterhin wird auch die Alters- und Geschlechtsstruktur der indischen Gesellschaft dargestellt und analysiert. Dabei zeigt sich, dass Indien gemessen an seiner Altersstruktur, ein junges Land ist. Das Durchschnittsalter liegt bei 22,9 Jahren. Bedingt durch die steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten nimmt der Anteil älterer Bevölkerungsgruppen jedoch kontinuierlich zu.
In einem weiteren Kapitel werden die gegenseitigen Abhängigkeiten von sozialer Entwicklung und Bevölkerungswachstum herausgearbeitet. Indien braucht ein stetiges Wirtschaftswachstum, um Arbeitsplätze für die immer größer werdende Zahl derjenigen zu schaffen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Zudem besteht die Sorge, dass ein hohes Bevölkerungswachstum sozialen Fortschritt behindere (Bevölkerungsfalle nach Thomas Malthus). Dem entgegen spricht sich der Autor gegen eine anti-natalistische Bevölkerungspolitik aus und fordert, dass sich der Staat mehr auf die Förderung von nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und sozialem Fortschritt konzentrieren solle.
Zuletzt geändert am 04.11.2008 22:51:56 von urmila
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