Blogs: Rezensionen

Sie sind hier: Startseite   Blogs   Rezensionen   Mitleid und Wunderkraft

Mitleid und Wunderkraft

Von: Savifa am 13. Juni 2008

Kategorie: Rezensionen Archiv

Mitleid und Wunderkraft: Schwierige Bekehrungen und ihre Ikonographie im indischen Buddhismus. Wiesbaden: Harrassowitz, 2006.

In diesem Buch erzählt die Autorin insgesamt neun Bekehrungsgeschichten des Buddha nach. In der buddhistischen Literatur wird von Hunderten und Tausenden gesprochen, die der Buddha auf den rechten Pfad geführt haben soll. Die Verbreitung seiner Lehre von den vier Edlen Wahrheiten wurde von ihm als eine Lebensaufgabe verstanden, die er aus Mitleid mit der Welt und zum Nutzen, Heil und Glück von Menschen und Göttern durchführte. Je nach Reifegrad des Einzelnen erlangten die Bekehrten unterschiedliche Stufen auf dem Weg zur Erleuchtung. Bildlich wird heir vom Erlangen einer der vier Früchte gesprochen. In den Texten ist überliefert, dass die meisten dieser Bekehrungen durch Predigten erreicht wurden. Für seine Aufgabe standen dem Buddha drei übernatürliche Fähigkeiten zur Verfügung: Wunderkraft, Gedankenlesen und (wirksame) Unterweisung.

Besonders interessant und in ihrer Wirkungsgeschichte beeindruckend sind die Überlieferungen, in denen der Buddha bösartigen und widerspenstige Wesen bekehrt und auf den rechten Weg geführt hat. Im Detail handelt es sich und die bösartigen Wesen Yaksa Atavika, Yaksini Hariti und Naga Apalala, den Elefanten Dhanapala und die schwarze Schlange Rajagrha sowie verschiedene Menschen, wie der Massenmörder Angulimala, der Irrgläubige Srigupta, der Asket Kasyapa und Buddhas Halbbruder Nanda, denen der Buddha den rechten Pfad weist. In den meisten Fällen wird erwähnt, dass der Buddha von der Bevölkerung gebeten wurde, sie von dem bösen Wesen zu befreien. Die eigentliche Bekehrungsgeschichte rückt dabei oft in den Hintergrund, während der Buddha als Wohltäter der Menschheit gepriesen wird.

Monika Zin widmet sich in ihrer Studie neben den Erzählungen auch der bildlichen Darstellung dieser Bekehrungsgeschichten. Die Verarbeitung dieser Themen in der buddhistischen Ikonographie verweist auf die große Popularität dieser Geschichten, die besonders stark die Überlegenheit des Buddha wiedergeben. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese Begebenheiten aus Buddhas zu den am häufigsten dargestellen Motiven zählen. 

Zuletzt geändert am 04.11.2008 22:51:10 von urmila

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Buddhismus Literatur Religion Wissenschaft .

Teilen Sie diesen Artikel anderen mit:

  • del.icio.us
  • Digg
  • Furl
  • Ma.gnolia
  • Mr Wong
  • Reddit
  • Technorati
  • ZicZac

Kommentare

Als registriertes Mitglied können Sie einen Kommentar zu diesem Beitrag verfassen.

Noch keine Kommentare vorhanden.

Voriger Artikel Nächster Artikel

Zum Seitenanfang

Navigation

Über diese Seite

Dies ist der Blog von suedasien.info, dem Informationsportal zu Südasien. In Ergänzung zu den ausführlichen und redaktionell bearbeiteten Analysen auf suedasien.info gibt dieser Blog den Raum für kurze subjektive Eindrücke aus und zu Südasien. Die einzelnen (namentlich gekennzeichneten) Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion und des Herausgebers.

Kategorien

Autorinnen und Autoren

Wir freuen uns über neue Autorinnen und Autoren. Beschäftigen Sie sich mit Südasien oder sind Sie vielleicht gerade vor Ort und möchten von Ihren Eindrücken berichten? Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail und erzählen Sie ein wenig von sich und den Themen, über die Sie schreiben wollen.

Login

Neu registrieren

Neues Passwort anfordern

Standards

Valides XHTML 1.0 Strict