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Passend zur Fussball-EM: Dschingerassabumm von der ANA-Militärkapelle

Von: peer am 16. Juni 2008

Kategorie: Impressionen Archiv

Auch wenn der Anfang des Artikels "Musik aus der Seele Afghanistans" in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zur Militärkapelle der Afghanischen Nationalarmee (ANA) sich eines gewissen, ironischen Untertons nicht verwehren kann, so ist er doch trotzdem interessant zu lesen:

Das vierviertelgetaktete Dschingderassabumm artet in ein diffuses Rumpeln aus. Es knarzt und scheppert. Melodielinien der Bläser verheddern sich in einem elefantösen Getöse, das abebbt und sich dann schlingernd und ächzend in ein furioses und hinreißend schiefes Finale rettet. Der musikalische Leiter dirigiert das Durcheinander wie ein Feldherr. Die Marseillaise auf Afghanisch. Ein Rockmusikkritiker würde diese Klänge womöglich mit Ausdrücken wie „verbrannte Erde“ oder „fiebrig“ beschreiben. Er würde das übrigens ganz und gar positiv meinen. Aber hier geht es um Militärmusik. Und weil in der Militärmusik Ordnung herrschen muss, gibt es Männer wie Oberst Mohammad Alam Kohistany, Kommandeur des afghanischen Militärmusikcorps in Kabul.

Und nicht nur das - es gibt auch gleich noch was zu hören: Passend zum Artikel liefert die FAZ auch eine audiovisuelle Flash-Animation, die ich leider nicht technisch verlinken kann:

http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EB978E9
DE94964C4BBC99952F0F1FBA61~ATpl~Ecommon~SMed.html

Darin spielt die ANA-Band die Nationalhymnen von Afghanistan, Deutschland, Frankreich und den USA - wobei es sich beispielsweise aus aktuellem Anlass der Fussball-Europameisterschaft anbietet, den Fernseher vor Spielbeginn ruhig mal leise zu stellen und die Version der Militärkapelle laut aus dem PC erschallen zu lassen.

Leider hat die FAZ nicht auch die später im Artikel erwähnten traditionellen Melodien in ihre Animation aufgenommen:

In einem kargen Raum haben einige seiner Soldaten hinter traditionellen Musikinstrumenten Stellung bezogen. Sie tragen weder Tarnfarben noch Paradeuniformen, sondern ihre zivilen Ausgehanzüge. Einer spielt Tabla, bauchige Trommeln, ein anderer „Rubab", ein altes Saiteninstrument. Der Oberst hat sich dieses elegische Lied gewünscht. Er schließt die Augen. „Musik ist Balsam für meine Seele", hatte er in seinem Büro gesagt. Sie sei wichtig für eine gute Gemeinschaft. Ein Sänger setzt ein, der Akkordeonspieler und auch das Harmonium - eine handliche Orgel, die ebenfalls mit einem Blasebalg betrieben wird. Nichts scheppert, nichts knarzt, alles greift harmonisch ineinander. 

Zuletzt geändert am 17.06.2008 0:25:07 von peer

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Afghanistan Deutschland Militär Musik .

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