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Der Industriekonzern Tata hat in den letzten Jahren auch in Europa immer wieder Reden von sich gemacht. Er hat den Stahl- und Aluminiumriesen Corus vor einem Jahr übernommen und dieses Jahr den Kleinwagen Nano der Welt vorgestellt (siehe z.B. Artikel in der taz ). Jetzt übernimmt er auch noch Jaguar und Rover, die in den Medien gerne "britische Traditionsmarken" genannt werden. Diese Übernahme hat nun nicht nur wirtschaftliche sondern auch nationalistische Bedeutung wie z.B. tagesschau.de berichtet:
Der neueste Coup des Konzerns hat enorme Symbolkraft: Indien kauft die Traditionsmarken seiner ehemaligen Kolonialherren. Indiens Regierung jubelte schon, als der Deal offiziell noch gar nicht verkündet war. ... "... Ich gratuliere also Tata und der indischen Geschäftswelt dafür, dass sie die indische Flagge hochhalten", sagt [Wirtschaftsminister Kamal] Nath.
Und auch die 'deutschen' Medien betonen eher das 'Indische' an Tata als dessen wirtschaftliche Macht. So titelt die taz z.B. "Jaguar und Rover werden indisch".
Ganz offensichtlich widerspricht es noch immer dem eurozentrischen Weltbild, wenn Unternehmen, die in früher kolonialisierten Gebieten ansässig sind, Unternehmen aus den ehemaligen Kolonialstaaten übernehmen. So wird eine Unternehmensübernahme zum postkolonialen Ereignis.
Inwiefern global agierende Wirtschaftskonzerne sinnvollerweise mit nationalen Kategorien bezeichnet werden können, bleibt dabei allerdings unhinterfragt.
Zuletzt geändert am 28.03.2008 14:36:38 von urmila
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Verfasst von: urmila am 29. März 2008 um 09 Uhr 38 | Permalink
Natalie Tenberg kommentiert die Übernahme in der taz unter dem Titel Die Kolonie schlägt zurück .Dies ist der Blog von suedasien.info, dem Informationsportal zu Südasien. In Ergänzung zu den ausführlichen und redaktionell bearbeiteten Analysen auf suedasien.info gibt dieser Blog den Raum für kurze subjektive Eindrücke aus und zu Südasien. Die einzelnen (namentlich gekennzeichneten) Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion und des Herausgebers.
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