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Von: maria am 13. Oktober 2008
Kategorie: Impressionen Archiv
Rickshaw fahren in Delhi ist ein echtes Erlebnis. Wenn ich von Rickshas spreche, meine ich natürlich die Auto-Rickshaws, die anderen sind im Stadtbild nur noch selten vorhanden. Die motorisierten Exemplare findet man hingegen überall, nur nicht immer zu jeder Zeit. Als Nicht-Einheimischer hat man mit vielen Tücken beim Rickshaw fahren zu kämpfen. Das beginnt schon mit den Preisverhandlungen. Man wird leider viel zu oft für uninformiert gehalten und es werden die überzogensten Preise präsentiert. Wenn man dann auf das Einschalten des Taximeters pocht, fährt die Rickshaw oftmals davon und das Spiel beginnt von vorne. Wenn der Fahrer bleibt und das Meter einschaltet, kann es schon mal passieren, dass es dann von 18 Rupien plötzlich auf 85 springt, womit man die gesamte Fahrt zweimal bezahlt hätte. Wenn das Meter partout nicht funktioniert oder der Fahrer partout nicht möchte, kann man sich vorab auch auf einen Preis einigen. Der liegt meistens über den Meterpreis, aber wenn man das Handeln raus hat, nicht viel. Eine weitere Tücke scheint dann aufzutreten, wenn man zu einem Ort möchte, der zu weit weg liegt. Mir passiert es leider regelmäßig, dass die Rickshawfahrer, wenn sie hören, wohin es gehen soll, abwinken und ohne jegliche Preisverhandlung wegfahren. Sitzt man dann erst mal in der Rickshaw erlebt man den Straßenverkehr in Delhi live und in Farbe, das heißt, Staub und Smog ohne Ende, ununterbrochenes Gehupe und wildes Auf- und Abhüpfen durch die Schlaglöcher. Hinzu kommt, dass man immer ein Auge auf seinen Fahrer haben sollte, weil es ist nicht ungewöhnlich, dass ihnen die Augen beim Fahren zu fallen.
Falls das ein wenig zu negativ klingt, so ist es nicht gemeint. Man hat auch immer wieder sehr freundliche Rickshawfahrer, die einen, ohne den Versuch des Trickens fahren und dabei noch ein wenig die Stadt erklären. Und man muss sich immer wieder klar machen, dass die mehr ausgehandelnden Rupien einen nicht umbringen und das Leben der meisten Rickshawfahrer hart ist. Wer eine wirklich schöne, nachdenklich machende Beschreibung zu diesem Thema haben will, dem sei die Geschichte "Schlaflos in Delhi" von Gagan Gill, zu finden in dem Band "Die Schlaflosigkeit Delhi und andere Wirklichkeiten" von der Edition Die Horen, Jg. 51, 3. Quartal 2006.
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