Sie sind hier: Startseite Blogs Meinung Slumdog Millionaire oder begrenzte Möglichkeiten
In der indischen "Wer wird Millionär"-Sendung hat Sushil Kumar den Jackpot geknackt. Die Nachricht hat mich auf vielen Wegen erreicht (verschiedene Medien und Facebook). Wie viele andere auch berichtet BBC World Service über den wirklich geworden 'Slumdog Millionaire' (und verklärt damit diesen Film weiter). Dabei kann sich BBC auch noch in Kumars Ruhm sonnen, da dieser erklärt haben soll, sich das Wissen unter anderem durch BBC-Hindi-Radio angeeignet zu haben.
Die taz berichtet heute auch davon, allerdings mit einem ganz anderen Tenor: "Land begrenzter Möglichkeiten" ist der Artikel von Georg Blume betitelt. Wie schon in früheren Artikeln (siehe zum Beispiel meine Beiträge Privilegierte Perspektive sowie Sie denkt sich nichts dabei ) ist Blume vor allem damit beschäftigt, Probleme in Indien aufzudecken:
Dass man sich aus der Unterschicht heraus das große Glück selbst erarbeiten kann - so einfach geht das in Indien nicht. Zwischen dem Lehrer Kumar und seinem Glück stehen die Familie, die teilhaben will, die Politik, die seinen Fall nun schonungslos ausbeuten wird, und die Götter, denen sich Kumar stärker verpflichtet fühlt als seinem persönlichen Glück.
Schönfärberei von Indien finde ich auch furchtbar. Ich finde es durchaus richtig, verschiedene Aspekte dieser Geschichte zu beleuchten. Aber während die Jubel-Artikel zu rosarot sein mögen, ist auch Blumes Artikel viel zu einseitig (und zwar so, wie auch seine anderen Artikel vorher).
Dass Gewinner_innen von hohen Beträgen erstmal untertauchen müssen, wenn sie öffentlich werden, ist zudem sicher nicht nur ein Problem in Indien. Lottogewinner_innen bleiben in Deutschland auch anonym, damit sie nicht überrannt werden.
Zuletzt geändert am 06.11.2011 9:10:25 von K.P.
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