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Von: urmila am 21. April 2010 2 Kommentare
In der taz hat Georg Blume einen Artikel zum Rücktritt von Shashi Tharoor geschrieben. Dabei erscheint Tharror als ein sehr privilegierter Inder, der sich wenig Gedanken über sein Privilegien macht:
"Für die eigene politische Identität ist es wichtiger, einer unteren Kaste, einem Stamm oder einer sektiererischen muslimischen Gruppe anzugehören, als Inder zu sein", schrieb Tharoor in seiner Nehru-Biografie aus dem Jahr 2003."
So etwas kann nur jemand schreiben, dessen Status als Inder_in nicht aufgrund von Kaste, 'Stamm' oder Religion in Frage gestellt wird.
Auch Blume profiliert sich in dem Artikel wieder mit pauschalen (abwertenden) Aussagen: "Rindvieh ist in Indien heilig."
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Von: Nico am 20. März 2010 keine Kommentare
Im RBB-inforadio wurde heute ein rund 37-minütiges Gespräch zum Thema "Internationaler Terrorismus" gesendet, das auch online abrufbar ist. Vorrangig ging es dabei eigentlich nur um den so genannten islamistischen Terrorismus, der jedoch de facto den "Internationalen Terrorismus" dominiert - darum kann ich letztendlich mit dem ausgewählten Titel leben.
Der Moderator Ingo Kahle hatte dazu Prof. Dr. Joachim Krause vom Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu Gast, welches unter anderem das Jahrbuch Terrorismus herausgibt.
Wenn man manche der geäußerten Ansichten nicht so einfach teilen mag, enthielt das Gespräch durchaus etliche informative Aspekte zu Trends, Tätern als sowie Opfern, ideologischen Hintergründen, Mitteln der Terrorismusbekämpfung und der Debatten darüber. Wobei mir etliche Äußerungen jedoch erheblich zu generalisierend erschienen (bespielsweise bezüglich der angeblichen Modernisierungsresistenz der paschtunischen Bevölkerungsanteile in Afghanistan und Pakistan) und einige Teilaspekte (beispielsweise die Terrosrismusaktivitäten in Indien) völlig ausgeblendet blieben.
Trotzdem erscheint mir der verlinkte Hinweis auf das Radiogespräch in diesem Blog erwähnenswert, weil es eine verhältnismäßig umfangreiche Zusammenfassung zu aktuellen Entwicklungen bietet.
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Von: urmila am 20. Dezember 2009 1 Kommentar
Georg Blume schreibt jetzt regelmäßig in der taz über Indien. Und mein Unbehagen nimmt dabei weiter zu:
Vor kurzem veröffentlichte er einen Artikel über den Klimawandel . Als Aufhänger für den Artikel nimmt er Nisa Singh, eine Bäuerin in Haryana. Und ihr schreibt er alle rassifizierten Gender-Stereotype zu, die er finden kann: sie ist still, schön, scheu, lacht, unwissend, Analphabetin, denkt sich nichts, etc. Die Männer hingegen trinken Tee, quatschen und arbeiten nicht. Sie sind nicht so unwissend wie die Frauen, aber auch nicht so wissend wie 'wir': "Mewa Singh erfasst die Gründe nicht im Einzelnen. Er weiß nicht, was die Wissenschaft ausgerechnet hat"
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Von: urmila am 24. November 2009 keine Kommentare
Der taz-Redakteur Georg Blume ist nach vielen Jahren Leben und Arbeiten in China jetzt nach Indien umgezogen. In der taz schreibt er über diesen Umzug. Ganz offensichtlich muss er sich an das Neue gewöhnen und vermisst einiges des Alten. Vollkommen verständlich. Auch begegnet er Indien mit viel Wohlwollen. Auch das Angenehm.
Ganz wohl ist mir aber bei dem Artikel, der in der Printversion Keimzellen des Fortschritts betittet ist, nicht. Blume nähert sich Indien an, indem er es mit China vor einigen Jahren vergleicht und feststellt, dass das gar nicht so anders war und somit auch für Indien Fortschritt wahrscheinlich ist. Dieser platte Vergleich basiert implizit auf einem Fortschrittsbegriff, der den Westen/Deutschland als am fortschrittlichsten konstruiert. Denn Fortschritt ist unter anderen, die allgemeine Verfügbarkeit von Toilettenpapier ...
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Von: peer am 07. November 2009 keine Kommentare
Das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen Indien und der Europäischen Union (EU) brächte möglicherweise etliche positive Änderungen mit sich. Leider dürften jedoch große Teile der indischen Bevölkerung kaum davon profitieren.
Doch es kommt noch schlimmer, denn das Abkommen würde für die meisten Inder_innen schwerwiegende Verschlechterungen bewirken, wie David Cronin in seinem Kommentar "EU tramples on India's poor" in The Guardian erläutert.
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Von: Gerlinde am 07. November 2009 keine Kommentare
Erst vor wenigen Tagen war im 'Hindu' zu lesen, dass allgemein und vor allem in Vorbereitung auf die Commonwealth Games die Hauptstadt für Frauen sicherer gemacht werden soll. Ein Konzept wurde vorgestellt, dass bereits in anderen potentiell gefährlichen Weltstädten angewandt wird: stärkere Kameraüberwachung, Notfall-Rufnummern und in Zügen und U-bahnen separate Frauenabteile. Eine sinnvolle Maßnahme, denkt man zunächst, liest man doch täglich in derselben Zeitung, dass in Indien die Frau im öffentlichen Raum regelmäßig Belästigungen von Männern ausgesetzt ist, die die breite Palette von Blicken, Beleidigungen, unangemessene Berührungen bis hin zu Gewalt und Vergewaltigung abdecken. Auch im Gespräch mit Kolleginnen, Freundinnen und Bekannten werden immer wieder solche Vorfälle und das allgemeine Gefühl der Unsicherheit diskutiert. Als Frau, so bekommt man hier suggeriert, bleibt man besser nachts zu Hause, nimmt eher die Riksha als den Bus, kleidet sich nicht zu aufreizend und ist generell am besten nicht alleine unterwegs. Die Logik ist simpel: will Frau nicht im öffentlichen Raum belästigt werden, hält sie sich von diesem fern oder macht sich unauffällig. Ohne es genau benennen zu können, gefiel mir etwas nicht an dieser Logik und an den Maßnahmen zur Sicherheit der Frauen.
In ihrem Artikel 'If Women Could Risk Pleasure: Reinterpreting Violence in Public Space' (vorrauss. 2010) äußert Shilpa Phadke ein ähnliches Unbehagen in diesem Zusammenhang. Um ihren Standpunkt deutlich zu machen, zitiert sie einen Dialog aus 'Sultana´s Dream' von Rokeya Sakhawat Hossain (erstmals veröffentlicht 1905). Sultana träumt von einer Stadt, in der, da sie für Frauen eine Gefahr darstellen, die Männer eingesperrt werden:
... it is not safe so long as there are men about the streets, nor is it so when a wild animal enters a market-place. … In your country... men, who do or at least are capable of doing no end of mischief, are let loose and the innocent women shut up in the zenana! How can you trust those untrained men out of doors?
Das eine Problem ist natürlich die (potentielle) Gefahr, das andere jedoch, wie mit dieser umgegangen wird. Gewalt an Frauen, so argumentiert Phadke, wird in den Medien generell als gender-spezifisch dargestellt, auch wenn das Geschlecht des Opfers Zufall ist. Obwohl rein statistisch Männer häufiger Opfer von in der Öffentlichkeit stattgefundenen Gewaltverbrechen sind, wird eine besondere Angst um die Frauen geschürt, die dazu führt, dass diesen noch weniger Freiheiten zugestanden werden. Im Gegensatz zu Männern haben sie nicht die Möglichkeit, das Risiko selbst einschätzen zu lernen, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Es geht Phadke nicht darum, die Gefahr von Verbrechen zu negieren, sondern darum, die Eindimensionalität, mit der Verbrechen an Frauen betrachtet werden, zu hinterfragen.
Ein weiteres Problem ist, dass mit dieser Darstellung der öffentliche Raum als generell gefährlich dem häuslichen Bereich als grundsätzlich geschützt gegenübergestellt wird. Damit wird nicht nur ignoriert, dass über 40% der indischen Frauen häusliche Gewalt erfahren, ihnen wird gleichzeitig auch der öffentliche Raum als Alternative genommen.
Ich lehne die oben genannten Maßnahmen zur Sicherheit der Frau nicht grundsätzlich ab. Notfalltelefone können durchaus sinnvoll sein und ich nehme an, dass viele Frauen aufgrund schlechter Erfahrungen gerne das separate Frauenabteil benutzen. Aber es ist offensichtlich, dass dies nicht mehr als eine Minderung der Symptome sein kann, die langfristig das Problem eher verschärft. Um einen respektvolleren Umgang der Männer zu erreichen, muss die Frau ihre Gesellschaft kommen, statt von dieser getrennt zu werden.
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Von: peer am 28. Oktober 2009 keine Kommentare
Dass Wali Karzai, Bruder von Afghanistans Präsidenten Hamid Karzai, einer der mächtigsten Drogenhändler des Landes sein soll, gilt unter vielen Kennern des Landes als offenes Geheimnis. Einem heute erschienenen Artikel der New York Times zufolge soll er jedoch seit acht Jahren zudem auf der Gehaltsliste der CIA stehen - eigentlich auch nicht so überraschend. Wurde trotzdem mal Zeit, dass die Story vom Al Capone von Kandahar etwas mehr in die mediale Öffentlichkeit gezogen wird.
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Von: peer am 25. September 2009 1 Kommentar
Na, da behaupte doch mal einer, dass BILD nicht bildet. Viel wurde in letzter Zeit über die Missstände vor Ort berichtet, unter anderem auch über die gravierenden Englischunkenntnisse:
Die Englisch-Kenntnisse seiner Soldaten stuft der General als teilweise "grenzwertig" ein. Probleme treten bei der Verständigung mit Dolmetschern sowie Verbündeten auf, teilweise müssen wichtige Telefongespräche "abgegeben und durch anderes Personal geführt werden."
Aber jetzt kommt es richtig dicke: Unsere Jungs müssen Deutschland in 40 Jahre alten Unterhosen am Hindukusch verteidigen!
Wie sieht's eigentlich bei den Soldatinnen aus, die ja erst seit dem 1.1.2001 in allen Verwendungsgebieten dienen können? Hoffentlich hat sich wenigstens der damalige Bundesminister der Verteidigung (oder einfach auch nur "BMdVg") mit genügend neuen "Scharping-UH Typ F" ein positives Andenken bereitet.
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