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Slumdog Millionaire oder begrenzte Möglichkeiten

Von: urmila am 05. November 2011 keine Kommentare

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In der indischen "Wer wird Millionär"-Sendung hat Sushil Kumar den Jackpot geknackt. Die Nachricht hat mich auf vielen Wegen erreicht (verschiedene Medien und Facebook). Wie viele andere auch berichtet BBC World Service über den wirklich geworden 'Slumdog Millionaire' (und verklärt damit diesen Film weiter). Dabei kann sich BBC auch noch in Kumars Ruhm sonnen, da dieser erklärt haben soll, sich das Wissen unter anderem durch BBC-Hindi-Radio angeeignet zu haben.

Die taz berichtet heute auch davon, allerdings mit einem ganz anderen Tenor: "Land begrenzter Möglichkeiten" ist der Artikel von Georg Blume betitelt. Wie schon in früheren Artikeln (siehe zum Beispiel meine Beiträge Privilegierte Perspektive sowie Sie denkt sich nichts dabei ) ist Blume vor allem damit beschäftigt, Probleme in Indien aufzudecken:

Dass man sich aus der Unterschicht heraus das große Glück selbst erarbeiten kann - so einfach geht das in Indien nicht. Zwischen dem Lehrer Kumar und seinem Glück stehen die Familie, die teilhaben will, die Politik, die seinen Fall nun schonungslos ausbeuten wird, und die Götter, denen sich Kumar stärker verpflichtet fühlt als seinem persönlichen Glück. 

Schönfärberei von Indien finde ich auch furchtbar. Ich finde es durchaus richtig, verschiedene Aspekte dieser Geschichte zu beleuchten. Aber während die Jubel-Artikel zu rosarot sein mögen, ist auch Blumes Artikel viel zu einseitig (und zwar so, wie auch seine anderen Artikel vorher).

Dass Gewinner_innen von hohen Beträgen erstmal untertauchen müssen, wenn sie öffentlich werden, ist zudem sicher nicht nur ein Problem in Indien. Lottogewinner_innen bleiben in Deutschland auch anonym, damit sie nicht überrannt werden. 

 

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Medien Deutschland Indien .

Indien und andere minderbemittelte Staaten

Von: mario am 21. März 2011 keine Kommentare

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Im Kontext des gegenwärtigen Militärschlags gegen Libyen hat sich Deutschland bei der UN-Abstimmung bekanntlich der Stimme enthalten. Am gleichen Abend tönte die ZEIT : "Deutschlands feige Außenpolitik."

In einem [http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,751819,00.html:Artikel-Teaser] auf Spiegel-Online hieß es zum gleichen Thema jüngst, mit der Enthaltung

[...] steht Deutschland im Sicherheitsrat nicht an der Seite seiner traditionellen Verbündeten USA und Frankreich, sondern macht gemeinsame Sache mit Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China.

Etwas Unerhörtes ist passiert, das nicht ins 50er-Jahre-Schema der Denkmurmeln passte, und so suggeriert man, dass Dtl. sich quasi "verschwörend" mit irgendwelchen Ländern einlässt, die man hierzulande trotz dem Ende des Kalten Krieges noch immer als ideologische Feinde, als "die anderen", wahrzunehmen hat. Solche Staaten wie Indien und Brasilien, kratzen die nicht nur größenwahnsinnig an der Schwelle zu zivilisierten Ländern? Sind das nicht unberechenbare, exotische Mega-Länder, denen lediglich ihr Bevölkerunswachstum zu Kopfe steigt? Es wird also ein Wert bestimmt, und die Werte der traditionellen Verbündeten USA oder Frankreich, die beide auf den kopflosen Militärschlag hingewirkt haben, liegen wie immer deutlich höher. Im wirtschaftlichen Bereich leckt man Indien, Brasilien, China und Russland die Schuhe (auch in der Spiegel-Online-Redaktion), doch politisch schickt es sich nicht an, sich in diese vermeintlich drittrangigen Gefilde zu begeben. So bastelt man das Meinungsbild: Die feine Dame BRD begab sich durch ihr mimosenhaftes Nein zur Beteiligung am Bombardement Libyens unter russische Säufer, brasilianische Gouchos, indische Verrückte und chinesische Spione: Eine grauenhafte Gesellschaft, in der sich unsere Republik zu befinden scheint, nicht wahr? Dass alle genannten Länder gegenwärtige oder werdene Supermächte sind, die weltpolitisch in keinster Weise leichtgewichtiger wiegen als die traditionellen, liegt außerhalb des Gedankenhorizonts. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass gerade die am Libyen-Einsatz teilnehmenden Staaten sich zukünftig noch stärker als bisher vor Anschlägen islamistischer Attentäter werden fürchten müssen. Ob die Entscheidung der Bundesregierung mit wahltaktischen Gründen zutun hat oder nicht, ist dabei drittrangig. Wenn 65 Prozent der Bevölkerung die deutschen Aktionen in Afghanistan sowie deutsche Beteiligung am Libyen-Einsatz ablehnen , dann wurde hier ganz einfach (oder sollte man sagen: ausnahmsweise?) im Sinne des Volkes entschieden.

 

P.S.: Vom selben Autor, Hasnain Kazim, einem eingedeutschten indisch-pakistanischen Journalisten, ist heute übrigens ein [http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,752202,00.html:Klatsch-Artikel] über eine Lovestory aus Pakistan zu lesen:

Man möchte sich so gerne mal beim Stadtbummel an der Hand halten. Im Restaurant ein Bier bestellen oder wenigstens mal ins Kino gehen oder in ein öffentliches Konzert. Aber in Pakistan? Händchenhaltende Paare? Gehört sich nicht. Alkohol? Bekommt man, aber nur illegal. Kinos und Konzerte sind seit der Herrschaft des islamfanatischen Diktators Zia ul-Haq in den Achtzigern auf ein Minimum reduziert [...] Es gibt gute Gründe, Pakistan nicht zu mögen.

Es git gute Gründe, Spiegel-Online nicht zu mögen. Die abschätzige Berichterstattung in den Artikeln von Hasnain Kazim und seinen Kollegen ist einer von vielen weiteren. Es wird den Ländern kein Raum für irgendwelche positiven Meldungen eingeräumt.

Ein Don Quixote ist, wer sich immer wieder über die Springer-Presse aufregt...

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Indien Deutschland Außenpolitik .

Terroristenjagd statt Flutopferhilfe

Von: urmila am 22. August 2010 1 Kommentar

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Die taz berichtet, dass die pakistanische Regierung unterbinden will, dass verbotene Stiftungen Hilfe leisten.

"Wir werden die Mitglieder von verbotenen Organisationen festnehmen, die Spenden einsammeln und werden sie unter dem Anti-Terror-Gesetz vor Gericht stellen", sagte Malik. "Wir dürfen nicht erlauben, dass Terroristen von dieser Katastrophe profitieren", sagte auch Pakistans Außenminister bei einer Sitzung der UN-Vollversammlung . 

Ob das eine gute Terrorprävention ist, wenn die staatlichen Mittel fürTerroristenjagd genutzt werden und tatkräftig helfenden Organisationen das Helfen untersagt wird? Der Ansatz müsste doch sein, mehr zu helfen als die verbotenenen Organisationen.

 

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Pakistan Terror Flucht .

Spendenlinks zur Flutkatastrophe in Pakistan

Von: peer am 15. August 2010 keine Kommentare

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Nach derzeitigen Schätzungen sind rund 20 Mio. Menschen von der Hochwasserkatastrophe in Pakistan direkt betroffen. Rund sechs Millionen Menschen brauchen dringend Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung und eine Notunterkunft. Doch die private Spendenbereitschaft in Deutschland und andernorts hält sich leider bislang in Grenzen. Ich kann verstehen, dass das Image Pakistans aufgrund vieler Probleme derzeit nicht das Beste sein mag. Doch das sollte jetzt in den Hintergrund treten - zumal kaum einer der Betroffenen etwas damit zutun haben dürfte. Ich finde es falsch und verachtend, wenn die Flutopfer jetzt den Preis für die Taten Anderer bezahlen sollen.

Zahlreiche Hilfsorganisationen rufen derzeit zu Spenden für die Opfer der Flut in Pakistan auf. Wer Geld geben möchte, kann seine Spende mit dem Stichwort "Pakistan" oder "Fluthilfe Pakistan" versehen. Dann ist die Spende zweckgebunden, darf also nur in Pakistan oder, im zweiten Fall noch konkreter, für die Flutopfer verwendet werden. Hilfsorganisationen bevorzugen jedoch häufig zweckungebundene Spenden, um die Gelder flexibler einsetzen zu können. Mir leuchtet diese Argumentation durchaus ein. Ich finde es in Ordnung, wenn meine Spende gegebenfalls auch Menschen andernorts hilft.

Anbei eine Auswahl von Hilforganisationen:

Aktion Deutschland hilft (action medeor, ADRA Deutschland, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt International, CARE Deutschland-Luxemburg, HELP-Hilfe zur Selbsthilfe, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Paritätischer Wohlfahrtsverband, World Vision Deutschland): Spendenkonto 102030; BLZ 37020500, Sozialbank Köln. Spenden-Hotline: 0900-55102030 (gebührenfrei aus dem dt. Festnetz); Online-Spenden hier

Ärzte ohne Grenzen: Spendenkonto 97097; Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 37020500; Online-Spenden hier

Caritas International: Spendenkonto 202; Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe; BLZ 66020500; Online-Spenden hier

Deutsches Rotes Kreuz: Spendenkonto 414141; Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 37020500; Online-Spenden hier

Deutsche Welthungerhilfe e.V.: Kontonummer 1115; Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 37050198; Online-Spenden hier

Diakonie Katastrophenhilfe: Kontonummer 502707; Postbank Stuttgart; BLZ 60010070. Die Diakonie nimmt Spenden auch per SMS entgegen: Wer diesen Weg nutzen möchte, sendet eine SMS mit dem Stichwort NOT an die Nummer 81190. Das kostet fünf Euro zuzüglich die übliche SMS-Gebühr. 4,83 Euro davon gehen an die Nothelfer; Online-Spenden hier

medico international: Kontonummer. 1800; Frankfurter Sparkasse; BLZ 50050201; Online-Spenden hier

Oxfam: Spendenkonto 131313; Bank für Sozialwirtschaft Köln; BLZ 37020500; Online-Spenden hier

Save the Children: Spendenkonto 929; Bank für Sozialwirtschaft Berlin; BLZ 10020500; Online-Spenden hier

Das World Food Programme der Vereinten Nationen erbittet Spenden per Online-Formular hier

 

 

 

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Bestattung oder Einäscherung

Von: urmila am 11. August 2010 keine Kommentare

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Die taz berlin hat darüber berichtet, dass in Zukunft Muslime in Berlin ohne Sarg bestattet werden können. Der Artikel geht darauf ein, dass andere Religionsgruppen ihre spezifischen Zeremonien nicht ausführen dürften. Zu Hindus schreibt die taz:

"Das ist auch der Grund, warum das Bestattungsgesetz lediglich für eine einzige religiöse Gemeinschaft geändert wird und nicht die Wünsche anderer Zuwanderer berücksichtigt. Etwa die der Hindus: Ihre Totenzeremonie schreibe ebenfalls ein Leichentuch vor, erläutert Somashekar Reddy von der Indischen Solidaritätsaktion. So würde die Gesetzesänderung ihren Wünschen eigentlich entgegenkommen, wäre das Leichentuch nicht an die zwei muslimischen Friedhöfe in der Stadt gebunden. Dort bestatten Hindus die Toten nicht."

Ich dachte bisher immer, dass für Hindus Einäscherung die Standard-Zeremonie ist. Wie weit ist Bestattung unter Hindus verbreitet?

 

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Privilegierte Perspektive

Von: urmila am 21. April 2010 2 Kommentare

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In der taz hat Georg Blume einen Artikel zum Rücktritt von Shashi Tharoor geschrieben. Dabei erscheint Tharror als ein sehr privilegierter Inder, der sich wenig Gedanken über sein Privilegien macht:

"Für die eigene politische Identität ist es wichtiger, einer unteren Kaste, einem Stamm oder einer sektiererischen muslimischen Gruppe anzugehören, als Inder zu sein", schrieb Tharoor in seiner Nehru-Biografie aus dem Jahr 2003."

So etwas kann nur jemand schreiben, dessen Status als Inder_in nicht aufgrund von Kaste, 'Stamm' oder Religion in Frage gestellt wird.

Auch Blume profiliert sich in dem Artikel wieder mit pauschalen (abwertenden) Aussagen: "Rindvieh ist in Indien heilig."

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37-minütiges Radiogespräch zum Internationalen Terrorismus

Von: Nico am 20. März 2010 keine Kommentare

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Im RBB-inforadio wurde heute ein rund 37-minütiges Gespräch zum Thema "Internationaler Terrorismus" gesendet, das auch online abrufbar ist. Vorrangig ging es dabei eigentlich nur um den so genannten islamistischen Terrorismus, der jedoch de facto den "Internationalen Terrorismus" dominiert - darum kann ich letztendlich mit dem ausgewählten Titel leben.

Der Moderator Ingo Kahle hatte dazu Prof. Dr. Joachim Krause vom Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu Gast, welches unter anderem das Jahrbuch Terrorismus herausgibt.

Wenn man manche der geäußerten Ansichten nicht so einfach teilen mag, enthielt das Gespräch durchaus etliche informative Aspekte zu Trends, Tätern als sowie Opfern, ideologischen Hintergründen, Mitteln der Terrorismusbekämpfung und der Debatten darüber. Wobei mir etliche Äußerungen jedoch erheblich zu generalisierend erschienen (bespielsweise bezüglich der angeblichen Modernisierungsresistenz der paschtunischen Bevölkerungsanteile in Afghanistan und Pakistan) und einige Teilaspekte (beispielsweise die Terrosrismusaktivitäten in Indien) völlig ausgeblendet blieben.

Trotzdem erscheint mir der verlinkte Hinweis auf das Radiogespräch in diesem Blog erwähnenswert, weil es eine verhältnismäßig umfangreiche Zusammenfassung zu aktuellen Entwicklungen bietet.

 

 

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Anti-Terror-Kampf Terrorismus Afghanistan Pakistan Deutschland Islamismus Wissenschaft Medien Konflikte .

Sie denkt sich nichts dabei

Von: urmila am 20. Dezember 2009 1 Kommentar

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Georg Blume schreibt jetzt regelmäßig in der taz über Indien. Und mein Unbehagen nimmt dabei weiter zu:

Vor kurzem veröffentlichte er einen Artikel über den Klimawandel . Als Aufhänger für den Artikel nimmt er Nisa Singh, eine Bäuerin in Haryana. Und ihr schreibt er alle rassifizierten Gender-Stereotype zu, die er finden kann: sie ist still, schön, scheu, lacht, unwissend, Analphabetin, denkt sich nichts, etc. Die Männer hingegen trinken Tee, quatschen und arbeiten nicht. Sie sind nicht so unwissend wie die Frauen, aber auch nicht so wissend wie 'wir': "Mewa Singh erfasst die Gründe nicht im Einzelnen. Er weiß nicht, was die Wissenschaft ausgerechnet hat"

 

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