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Globalisierung und Landwirtschaft

Von: urmila am 22. April 2008 keine Kommentare

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In einem Artikel über den Schuldenerlass für überschuldete KleinbäuerInnen in Indien ordnet der taz-Autor Sascha Zastiral die Probleme von KleinbäuerInnen im Süden in einen globalen Kontext ein:

Es ist ein drastisches Beispiel dafür, wie Liberalisierung und Weltmarktintegration Kleinbauern in in Bedrängnis gebracht haben.

Seit Indiens Wirtschaftlichsliberalisierung Anfang der 90er Jahre konzentrierte sich jede Regierung in Delhi auf Investitionen multinationaler Konzerne. Dafür benötigte Indien Kredite von der Weltbank. Doch deren Auflagen und die Politik der Welthandelsorganisation (WTO) waren für ländliche Regionen dramatisch: Indien senkte gemäß Weltbank-Forderungen die Zölle für Agrarimporte. Fortan überschwemmte etwa subventioniertes Getreide aus Europa und den USA die indischen Märkte. Dort verfielen die Preise.

 

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Machtwechsel in Nepal

Von: torsten am 16. April 2008 keine Kommentare

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Da haben sich die Sozialdemokraten wohl zu stark auf die Wahlprogosen verlassen: Statt der erhofften Mehrheit holten sie bei den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung nur enttäuschende 31 Direktmandate, ebenso viele wie der Congress und die Autonomieparteien aus dem Terai. Die Hälfte der Direktmandate ging an die Maoisten.

Eine absolute Mehrheit in der Verfassungsversammlung ist indes unwahrscheinlich, weil der Vorsprung der Maoisten bei den nach landesweitem Parteienproporz vergebenen Stimmen geringer ist. Kleiner Fußtritt der Geschichte: Die CPN-Maoist hatte erbittert für eine Ausweitung des Verhältniswahlrechts gestritten, weil sie als landesweit verankerte Kaderpartei hoffte, so die Honoratiorenparteien mit ihren örtlichen Hochburgen zu neutralisieren. Das wird ihr jetzt vermutlich die absolute Mehrheit kosten.

Fest steht bisher folgendes: Selbst die gemäßigten Royalisten, die wenigstens eine zeremonielle Monarchie retten wollten, wurden abserviert. Sie holten kein einziges Direktmandat, landesweit liegen alle Monarchisten zusammengenommen deutlich unter 10 Prozent.

Zweitens: Eine Mehrheit der Nepalis will augenscheinlich einen Politikwechsel, der über die Ausrufung der Republik hinausgeht. Das heisst sicher nicht, das ein Konsens über einen - selbst innerhalb der CPN-M nicht eindeutig definierten - Weg zum Sozialismus herrscht. Aber angesichts der weitgehend freien Wahlen kann der Sieg der Maoisten auch nicht allein mit der Einschüchterung der Wähler erklärt werden. Daran haben sich vor den Wahlen alle anderen Parteien und die jeweiligen Jugendorganisationen genauso beteiligt.   

Die Auszählung der Direktmandate wird heute abend weitgehend abgeschlossen sein, die Gesamtzahl der Stimmen und Mandate nach Proporz wird noch einige Tage andauern. Kleinere Veränderungen durch örtliche Nachwahlen oder Neuauszählungen werden noch in einigen Wochen möglich sein.

Wer die Auszählung mitverfolgen will, kann dies direkt auf den Seiten der Wahlkommission tun: Direktmandate und Gesamtstimmen .

Die aktuelle Berichterstattung der englichsprachigen Presse aus Nepal und dem Ausland findet sich in Karl-Heinz Krämers Schatzkiste . Hinter dem Button "Crisis solution" verstecken sich tägliche Presse-Links zum politischen Geschehen - bis zum Februar 2005 zurück. Dazu kommen alle wichtigen internationalen Berichte etc.

 

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Afghanistan in der Steinzeit

Von: urmila am 31. März 2008 keine Kommentare

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Die taz hat heute einen Artikel von Carsten Stormer über Südafghanistan veröffentlicht, der nur so von orientalistischen Bildern über das 'unzivilisierte' Afghanistan wimmelt. Eine kleine Kostprobe:

In diesem Paralleluniversum zur zivilisierten Welt kämpfen die Truppen der afghanischen Armee und Soldaten der Nato-Länder, die sich zutrauen, eine Region aus der Steinzeit ins 21. Jahrhundert zu katapultieren. Gar eine Demokratie nach westlichem Muster zu schaffen, mit einer funktionierenden Justiz, Gesetzen, Bildung. Das braucht Zeit an Orten, an denen sich menschliche Bomben per Express zu ihrem Gott sprengen. Jahrzehnte.

 

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Postkoloniale Unternehmensübernahme

Von: urmila am 27. März 2008 1 Kommentar

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Der Industriekonzern Tata hat in den letzten Jahren auch in Europa immer wieder Reden von sich gemacht. Er hat den Stahl- und Aluminiumriesen Corus vor einem Jahr übernommen und dieses Jahr den Kleinwagen Nano der Welt vorgestellt (siehe z.B. Artikel in der  taz ). Jetzt übernimmt er auch noch Jaguar und Rover, die in den Medien gerne "britische Traditionsmarken" genannt werden. Diese Übernahme hat nun nicht nur wirtschaftliche sondern auch nationalistische Bedeutung wie z.B. tagesschau.de berichtet:

Der neueste Coup des Konzerns hat enorme Symbolkraft: Indien kauft die Traditionsmarken seiner ehemaligen Kolonialherren. Indiens Regierung jubelte schon, als der Deal offiziell noch gar nicht verkündet war. ... "... Ich gratuliere also Tata und der indischen Geschäftswelt dafür, dass sie die indische Flagge hochhalten", sagt [Wirtschaftsminister Kamal] Nath.

Und auch die 'deutschen' Medien betonen eher das 'Indische' an Tata als dessen wirtschaftliche Macht. So titelt die taz z.B. "Jaguar und Rover werden indisch".

Ganz offensichtlich widerspricht es noch immer dem eurozentrischen Weltbild, wenn Unternehmen, die in früher kolonialisierten Gebieten ansässig sind, Unternehmen aus den ehemaligen Kolonialstaaten übernehmen. So wird eine Unternehmensübernahme zum postkolonialen Ereignis.

Inwiefern global agierende Wirtschaftskonzerne sinnvollerweise mit nationalen Kategorien bezeichnet werden können, bleibt dabei allerdings unhinterfragt. 

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Computer-InderInnen

Von: urmila am 19. März 2008 keine Kommentare

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Im Jahr 2000 führte die Ankündigung einer GreenCard für IT-Fachleute zur rassistischen Kampagne 'Kinder statt Inder' (für eine Diskussion siehe z.B. meinen damaligen Artikel "Inder, Kinder, Chip-Erfinder. Die Green-Card-Diskussion aus der Sicht eines Inder-Kindes" als pdf ). Viele Menschen in Deutschland wunderten sich über Das indische SoftwareWunder , hatten sie doch Indien bis dahin für ein unterentwickeltes und hilfebedürftiges Land gehalten. In der Öffentlichkeit wurde die Angst kultiviert, dass  Massen von InderInnen an den Grenzen warten und Deutschland überschwemmen würden. Insgesamt kamen allerdings nur vergleichsweise wenige IT-Fachleute aus Indien nach Deutschland, die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren nicht ausreichend attraktiv.

Für Firmen aus Deutschland scheint nach wie vor die Verlagerung ihrer Produktion nach Indien attraktiv(er). Gerade hat die Telekom eine Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Indien angekündigt.

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Moderne (südasiatische) Sklaven

Von: Mr Green am 19. März 2008 keine Kommentare

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Der Dreck hinter der funkelnden Fassade der Finanzmetropole Dubai ist ebenso hoch wie die Wolkenkratzer. Gemeint ist die systematische Ausbeutung von Arbeitern aus Indien, Pakistan, Sri Lanka, Nepal und Bangladesch. Sie sind vielfach die Opfer des dortigen "Super-Kapitalismus" wie auch Human Rights Watch immer wieder feststellt. An den als "Finanzströme" bezeichneten Heimat-Überweisungen klebt nicht nur Schweiß.

Die kärglichen Bezahlungen unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen verursachten bereits im Vorjahr Schlagzeilen als 4000 Demonstranten am Protestieren von den staatlichen Sicherheitskräften gehindert wurden .

Umso wichtiger ist eine fortführende Aufklärung und Bewusstseinsbildung über die Verhältnisse am Arabischen Golf. Der Artikel " Ganz unten in Dubai " von Pierre Heumann ist in diesem Sinne ein Schritt in die richtige Richtung.

 

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Goldpreise

Von: urmila am 15. März 2008 keine Kommentare

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In einem Artikel über die steigenden Goldpreise schreibt die taz :

Vor allem in Indien, dem größten Gold-Abnehmerland, sind gigantische Gehänge als Hochzeitsgabe und Wertanlage gefragt. Der hohe Goldpreis wirkt sich hier katastrophal aus; inzwischen ist die Nachfrage nach Goldschmuck deutlich gesunken.

So wie das formuliert ist, hört sich das für mich sehr nach Orientalismus an ("gigantische Gehänge"). Aber vermutlich ist Gold als Anlagewert in Indien tatsächlich sehr bedeutend. Was auch wieder bedeutet, dass alle die, die schon Gold haben, einen Wertzuwachs verzeichnen.

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Fremdenfeindlichkeits-Wettstreit in Maharashtra

Von: Mr Green am 05. März 2008 keine Kommentare

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Seitdem sein Neffe Raj Thackeray seinem Onkel Bal Thackeray und dessen populitischer, hindu-nationalistischer und ultra-fremdenfeindlichen-Maharathi-Partei  Shiv Sena mit seiner Maharashtra Navnirman Sena (Der Armee zur Widerherstellung Maharashtras) den rechten Rand im westindischen Unionsstaat abzugraben droht, sieht sich der Polit-Opa unter Zugzwang.
Der Jungspunt Raj hetzte Anfang Februar 2008 gekonnt gegen Migranten aus den nördlichen Unionsstaaten Bihar und Uttar Pradesh, A Thackeray act , was zu Ausschreitungen in mehreren Städten Maharashtras zwischen den "Söhnen der Erde" und "Zuwanderern" führte.
Doch Onkel Bals Aufholjagd hat begonnen, schliesslich sind ihm zufolge  Biharis an unwanted lot.

 

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